Wie der Kaffee nach Europa kam

Der Durchschnittsdeutsche trinkt erstaunliche 165 Liter Kaffee pro Jahr. Damit ist Kaffee noch beliebter und weiter verbreitet als Wasser. Doch woher die tolle Bohne eigentlich kommt und wie sie in unsere Küchen kam, weiß kaum jemand. Grund genug, der Frage nachzugehen, wie der Kaffee eigentlich nach Europa kam. Beantworten möchten wir die Frage gewissermaßen auf den Spuren der Kaffeebohne – Station für Station.

Der Ursprung der Kaffeepflanze

Kaffeepflanze Geschichte des KaffeesWoher genau der Kaffee ursprünglich stammt, ist nicht bekannt. Angenommen wird, dass der Brauch, geröstete Kaffeebohnen mit Wasser zu überbrühen und das dadurch entstehende Getränk zu trinken, aus Ostafrika stammt. Vermutet wird hier Äthiopien als Ursprungsort der Kaffeepflanze. Mit Sicherheit zu klären ist das jedoch nicht. Nachweisbar ist Kaffeeanbau in Äthiopien jedoch bereits sehr früh.

Die Verbreitung im Vorderen Orient

Von seinem Ursprungsort aus trat der Kaffee relativ früh seinen Siegeszug durch den vorderen Orient an. Berichten eines Scheichs zufolge, wurde im Bereich des Jemen schon im 14. und Jahrhundert, also zur Zeit des Hochmittelalters, ausgedehnt Kaffeeanbau betrieben. Hierzulande war die Kaffeebohne zu dieser Zeit noch völlig unbekannt. Hauptumschlagsplatz für den Kaffee war die die Hafenstadt Mokka im Jemen – das Getränk ist nach dieser Stadt benannt.

In der arabischen Welt ist der Kaffee also bereits deutlich länger verbreitet als in Europa. Vom Jemen aus gelangte er vor allem über die Hafenstadt Mokka auch in andere arabische Länder. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangte die Kaffeebohne unter anderem nach Ägypten. Mit der geographischen Ausdehnung des Osmanischen Reichs verbreitete sich dann auch der Kaffee im 16. Jahrhundert weiter – unter anderem ins heutige Syrien, in die heutige Türkei und auch in den Südosten Europas.

Wie der Kaffee nach Europa kam

Der Weg nach Europa

In Europa wurde der Kaffee vor allem durch Handelsreisende, die im arabischen Raum herumkamen, bekannt. Im Jahr 1591 veröffentlichte der italienische Arzt Prosper Alpinus, der den Kaffee im Nahen Osten kennenlernte, in seinem Werk „De Plantis Aegypti“ eine Beschreibung mitsamt Zeichnung des Kaffeestrauchs.

Zum Ende des 16. und zum Beginn des 17. Jahrhunderts verloren die arabischen Länder das Kaffeemonopol, das sie bis dahin de facto besessen hatte. Keimfähige Bohnen gelangten unter anderem nach Indien, später gelangten auch die Niederlande an keimfähige Kaffeebohnen und bauten daraufhin in ihren Kolonien Kaffee an. Generell lässt sich festhalten, dass der Kaffee sich – nachdem erstmals keimfähige Bohnen den arabischen Raum verlassen hatten – im Zuge der Kolonialisierung in der Welt verbreitete. Zeitgleich öffneten in Europa die ersten Kaffeehäuser, in denen der in den Kolonien angebaute Kaffee getrunken werden konnte.

Kaffee wurde zum wichtigen Importgut, blieb zunächst jedoch der obersten Gesellschaftsschicht sowie wohlhabenden Bürgern vorbehalten. Erst als der Import im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert deutlich erleichtert wurde, verbreitete der Kaffee sich nicht nur geographisch, sondern auch in allen Gesellschaftssichten. Im 20. Jahrhundert beschleunigte sich diese Entwicklung durch die Entwicklung von Instantprodukten und Kaffeefiltern.

Wie der Kaffee nach Europa kam

Bild mit “Kaffeepflanze”:
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Bild “Kaffee im Kaffeesack”
© Bildagentur PantherMedia / Christopher Boswell